WISSENSCHAFTLICHE LEISTUNGEN
Täglich werden wir im Umgang mit Technik an wissenschaftliche Leistungen Franz Neumanns erinnert: Doch wer kennt schon den Forscher, der die Erkenntnisse „lieferte“? Welche Beispiele können genannt werden?
Da gibt es Spezialbrillen, mit deren Hilfe die Spiegelung des Wassers ausgeschaltet wird, so dass der Grund des Sees abgesucht werden kann. Da gibt es entspiegelte Gläser, die nicht nur nächtlichen Autofahrern helfen. Fotografen nutzen einen „Polarisationsfilter“ zur Entspiegelung.
Auf die Gesetzmäßigkeiten, die den verschiedenen mechanischen, wärmetechnischen und elektromagnetischen Phänomenen zugrunde liegen, wies Franz Neumann anhand von Studien an verschiedenen Materialien, besonders an Kristallen, hin. Die Auswirkungen der Induktions-stromberechnung beispielsweise sind nicht nur am einfachen Fahrraddynamo sichtbar, sie sind auch in der modernen Auto-, Bahn-, Schifffahrt- und Flugzeugindustrie nicht mehr wegzudenken.
Zusammen mit dem Mathematiker Karl Gustav Jacobi (1804 - 1851) richtete Neumann 1834 in Königsberg das Mathematisch-Physikalische Seminar ein, bei dem die Studenten experimentelle und theoretische Aufgaben lösen mussten. Es war das erste dieser Art in Deutschland. Vorlesung und Seminar trugen dazu bei, das Humboldtsche Ideal der Einheit von Lehre und Forschung zu verwirklichen.
Franz Neumanns Arbeitsgebiete umfassten in erster Linie die Spezifische Wärme, die Wellentheorie des Lichts und die Induktionsströme. 1831 bis 1841 veröffentlichte er Arbeiten auf dem Gebiet der Optik, beispielsweise über die doppelte Strahlenbrechung, über die Reflektion von Licht an Metallen sowie über die Doppelbrechung des Lichts bei komprimierten und ungleich- mäßig erwärmten Gläsern.
In den vierziger Jahren entwickelte er „Die mathematischen Gesetze der induzierten elektrischen Ströme”. Hatte Faraday die Bedingungen bestimmt, unter denen induzierte Ströme erzeugt werden, so war Franz Neumann der erste, der berechnend dargestellt hat, durch welche Faktoren die Größe der elektromotorischen Kraft bestimmt werden kann. So erweiterte er die Dulong- Petit-Gesetze und entdeckte schließlich, dass sich die spezifische Wärme des Wassers mit der Temperatur erhöht. Im Bereich der Geophysik geben seine Arbeiten neue Erkenntnisse über Ätherwellen wieder. Sie kamen der Elastizitätstheorie zugute und ließen sich auf die Ausbreitung von Erdbeben- wellen anwenden.
Die von Franz Neumann ins Leben gerufenen Beobachtungen der Temperaturvariationen im Erdboden werden noch heute in der "Geschichte der Geophysik" besprochen. Intensiv befasste er sich mit den von Laplace und Gauß eingeführten Kugelflächenfunktionen und entdeckte dabei neue Relationen.
Noch einmal sei hervorgehoben: Alle diese Forschungszweige fußen auf der Mathematischen bzw. Theoretischen Physik, die Franz Neumann begründete.
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