DIE HEIMLICHE TAUFE - IN DER DORFKIRCHE ZU GLAMBECK
Am 23. September 1798 wurde in der kleinen Dorfkirche zu Glambeck in aller Stille und Heimlichkeit eine ungewöhnliche Taufe vollzogen. Als Paten waren zugegen der bei der Geburt anwesende Arzt, die Mamsell der Kindesmutter und der Gutsverwalter des Glambecker Rittergutes. Der Täufling, ein unehelicher Knabe, erhielt den Namen Franz und keinen Familiennamen. Im Kirchenbuch stand dann geschrieben: 1798, den 11. September ist zu Mellin von der Gräfin von Mellin ein Sohn gebohren, der den 23sten getauft ist und den Namen Franz erhielt. Der Vater desselben soll der Verwalter, Herr Neumann sein. Die Pahten waren die Mamsell Sophia Philiberta Clausius aus Althüttendorf, der Doctor aus Angermünde Johann Jacob Schirow, der Verwalter aus Glambeck Christ. Wolfgang Ohm“.
Niemand sollte wissen, dass die Mutter, die Gräfin von Mellin, einem alten preußischen Adelsgeschlecht entstammte. Sie war eine geborene Friedericke Wilhelmine von Kahlden. Ihre Familie gehörte zum Hofe Friedrich II. Unstandesgemäß verliebte sich die geschiedene Gräfin in ihren Gutsverwalter. Franz Neumanns Tochter Luise schreibt darüber: „Alt-Hüttendorf! 
In feierlicher Stille breitet der weite Grimnitzsee vor dem kleinen, malerisch gelegenen Dorf sich aus. Die Kirche mit ihrem aus Holz erbauten, von Epheu dicht umrankten Thurm erzählt von alten Zeiten. Eine in ihrer Nähe sich befindliche alte Steinmauer mit bemoosten Thorweg-Pfeilern läßt vermuten, daß einst ein Herrschaftshaus hier gestanden hat. In Alt-Hüttendorf war es, wo Franz Neumanns Vater und Mutter den Bund schlossen, einen Bund, treu bis in den Tod treu aber mit Schuld und darum voll Leiden, voll Leiden auch für das zarte, diesem Bunde entsprossene Kind.“
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