SEIN ANDENKEN BEWAHREN

In den ersten Monaten des Jahres 1998 befand ich mich tagelang in Archiven. In Angermünde war mir die Kopie einer alten Kirchenbuchseite aus dem Jahre 1798 in die Hände geraten. Die erste Zeile in Sütterlinschrift: 1798. Gebohren zu Glambeck, Mellin. Mit Schreibmaschine war nachträglich darauf vermerkt: Neumann, Franz, geb. 11.9.1798 Mellin, gest. 23.5.1895 Königsberg/Preußen / Physiker und Mineraloge, Professor i. Königsberg/Pr., Begründer der Theoretischen Physik.
Quellen- und Literaturstudien in Berlin und in der Landesbibliothek Potsdam folgten.

Vor 200 Jahren war also im inzwischen verschwundenen Dorf Mellin, drei Kilometer entfernt von Glambeck, ein bedeutender deutscher Wissenschaftler zur Welt gekommen, getauft in der Dorfkirche zu Glambeck! Die Bücher gaben das lange Leben eines wunderbaren Menschen im Dienste der Wissenschaft frei. In der Welt geachtet und geehrt, doch im märkischen Land unbekannt. Der Rettung und Sanierung des kleinen Kirchleins am Welse-Tal verdanke ich persönlich, verdankt der Förderverein Denkmale Glambeck e. V., die Begeg- nung mit Franz Neumann, seinen Nachfahren, dem Ur-Ur-Enkel, Dr. Eberhard Neumann-von Meding, Bückeburg, und vielen anderen verehrten Menschen.

Als Dr. Neumann-von Meding davon ausgehen konnte, dass das Franz- Neumann-Gedenken anlässlich des 200. Geburtstages in Kaliningrad/ Königsberg, in Göttingen und in München abgeschlossen ist, wollte er sich wieder seinen Pflichten als Chef- arzt des Krankenhauses Bückeburg

widmen. Doch aus Glambeck traf die "berühmte" Kirchenbuchseite ein und die Nachricht, dem Menschen und Wissenschaftler Franz Neumann auch im Geburtsland Brandenburg ein Denkmal zu setzen und ihn fürderhin zu ehren. Der aufrichtige Wunsch des Fördervereins war es, sein Andenken zu bewahren - durch Gedenken auf dem alten Gottesacker in Mellin, durch Konzerte in der kleinen Glambecker Fachwerkkirche und Ausstellungen, durch Dia-Vorträge und musikalische Lesungen, durch Publikationen, durch Neumannsche Familientreffen oder durch das anlässlich der 400-Jahrfeier der Stadt Joachimsthal am 17. Juni 2004 ins Leben gerufene Franz-Neumann-Seminar und die Herausgabe dieser kleinen Gedenkschrift.

Heimtraud Eichhorn,
Vorsitzende des Fördervereins Denkmale Glambeck e.V. (1998 - 2009)

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