Der junge Friedrich Wilhelm Graf von Redern  7)

Sabine Giesbrecht:
Anlässlich der Namensverleihung der Uckermärkischen Kunst- und Musikschule "Friedrich Wilhelm Graf von Redern", Juli 2007

Wer war nun dieser Friedrich Wilhelm von Redern, was ist er für ein Mensch gewesen, weshalb ist eine moderne und erfolgreiche Musikschule 
daran interessiert, ihn zu ehren und seinen Namen mit ihren Zielen zu verbinden?

Die Antwort auf diese Fragen geben in erster Linie die Lebenserinnerungen des Grafen, die im Jahr 2003 unter dem Titel "Unter drei Königen" erschienen sind. Es sind, wie es im Original heißt "Aufzeichnungen eines auf so hervorragen- den Platz gestellten, an Ehren und Glücksgütern so reichen, an Schmerzen und Prüfungen nicht ganz armen Lebens" (346).
Dieses Lebens und Wirkens soll mit der folgenden Laudatio gedacht werden.
Leben, Hinwendung zur Musik 

Fangen wir - unter Missachtung der Chronologie - im Jahr 1844 an. Redern, seit 2 Jahren Intendant der Königlichen Hofmusik, ist als Oberkämmerer für das Wohlergehen Friedrich Wilhelms IV. zuständig.

Der 26. Juli 1844 ist ein schwarzer Tag.
Ein gewisser Tschech, Bürgermeister
der kleinen Stadt Storkow, hatte ein
allerdings misslungenes Attentat auf
den König und die Königin unternom-
men. Redern war außer sich und sofort
       Dr. Sabine Giesbrecht  (Foto: privat)

Ein bekanntes zeitgenössisches Bän- kelsängerlied schildert das Attentat und Rederns Reaktion (294, Anm.1084):
War wohl je ein Mensch so frech,
Als der Bürgermeister Tschech
Denn er traf um ein Haar
Unser teures Königspaar
(einige Strophen weiter)
Redern heult und rennt zur Wache,
Schnaubt als Kammerherr um Rache,
Frägt den Offizier: "Wie heißt er?" -
Tschech, -"Und ist?"- Ein Bürgermeister
     am Tatort.