In seinen Lebenserinnerungen distanziert er sich mehrfach vom Antisemitismus Spontinis, der sich nicht entblödete, ein Abendessen mit dem Generalintendanten abzusagen, weil er mit dem "ewigen" Juden Meyerbeer und dem "abtrünnigen",
d. h. getauften Juden Felix Mendelssohn-Bartholdy nicht zusammen sein mochte (182, Anm. 710).
Redern war empört und empfand das auch als Affront gegenüber den um jüdische Emanzipation bemühten liberalen Kreisen der Stadt Berlin. Zusammen mit Alexander von Humboldt förderte Redern die Vergabe des Ordens Pour le mérite an Mendelssohn und Meyerbeer und trug dazu bei, die Bedenken Friedrich Wilhelms IV. gegenüber Juden zu überwinden (242, Anm. 869). Diese tolerante Einstellung verdient Respekt. Sie war Mitte des 19. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit - und ist es leider bis heute noch nicht.

Bedeutung Rederns für Görlsdorf und die Region
Friedrich Wilhelm von Redern bestimmte nicht nur den kulturpolitischen Kurs Berlins, sein Wirken hat auch in der Region Uckermark Spuren hinterlassen. Er gehörte zu den reichsten Großgrundbesitzern der preußischen Monarchie.
Nicht zuletzt wegen der Sorge um diese Besitztümer mischte er sich immer wieder in die regionale Politik ein. Er wurde 1830 zum Landrat des Nieder-Barnimschen Kreises gewählt, trat 1842 in die 2. Abteilung des Ministeriums für Domänen und Forsten ein (227, Anm. 833) und beteiligte sich in Erfüllung seiner Aufgaben an der sozialen Entwicklung seines Landes.
Für die eigenen Ländereien übernahm er schon als junger Mann die Verant- wortung. 1824 trat er, ausgestattet mit einer Generalvollmacht seines Bruders Heinrich, die alleinige Verwaltung der Redernschen Besitztümer an (22). Landbesitz erschien ihm als höchster Wert und Basis für seine bodenständige Lebensart. Er hat immer versucht, durch Zukauf von Ländereien seinen Grundbesitz zu vermehren, der für ihn die Quelle seiner Existenz war (109, Fideicommiß). Allein die Güter hatten 1880 einen Landschaftswert von 4,6 Millionen Mark (98, Anm. 460 aus d. hs Genealogie).
Görlsdorf mit seinem von Peter Joseph Lenné gestalteten Landschaftspark ist einer seiner Lebensmittelpunkte gewesen. Hier finden sich auch in den Memoiren einige Hinweise auf das gesellschaftliche Leben, das er aktiv zu gestalten wusste:
"Wenn dann der Sommer kam und die Vorhänge an den Fenstern in dem Berliner Palais niedergelassen wurden, dann thaten sich die gastlichen Thore der 
  So sah das Schloß von Goerlsdorf glänzende Tage am 7., 8. u. 9. Sept. 1846."


Schloss Görlsdorf, Stammsitz der Familie 

 
   Schlösser auf den Herrschaften des Grafen auf, um den Freunden des
 Hauses  zu sagen, dass das gräfliche Paar für seine Freunde auf dem
 Lande ebenso zu Hause sei wie in der Stadt. 
                   Gutshaus Glambeck