Das umfangreiche Odiot-Silber umfasste 116 Teile und 
war für Empfänge im Redern-Palais im 18. Jahrhundert verwendet worden.

Ich wurde oft gefragt, warum ich dieses wunderbare Service verkauft habe. Dafür gab es ein paar ganz einfache Gründe: Weder ich noch meine Geschwister leben in einem Haus,
das den Platz bietet, es unterzubringen; wir haben nicht die Angestellten, die sich darum kümmern könnten; wir geben keine Empfänge, zu denen es passen würde; und außerdem konnten wir alle das Geld brauchen. Nachdem ich mich mit meinen Schwestern, mit denen ich den Erlös teilen wollte, beraten hatte, beschloß ich, das zu verkaufen, was wir nicht nutzen konnten und was keine persönliche Bedeutung für uns hatte - neben dem Odiot-Silber viele weitere Silberteile und
das Meißener Porzellan.

Albrecht, der in einer Woche soviel erreicht, wie wir Durch- schnittsmenschen im Monat, verließ vor Beginn der Auktion seinen Platz und tauchte erst beim Abendessen wieder auf. Während des Essens meinte Lolita, meine Frau, sie wüsste zu gerne, wer denn das größte Stück massiven Silbers, eine gigantische Suppenterrine, gekauft habe. "Es täte mir wirklich leid, wenn es ein Japaner wäre; vielleicht will er darin wohnen", murmelte sie. "Ich fände es so schön, wenn diese Terrine wieder einen Tisch in einem schönen Schloss zieren würde."

Einige Verwandte und Freunde hatten ein paar Teile gekauft, 
und einige Teile waren von einem Juwelier erworben worden, 
der damit seine Schaukästen dekorieren wollte; er hatte ein
Geschäft in dem neuen Hotel Adlon, das wieder an der Stelle
errichtet worden war, wo das alte Redern-Palais stand.