Mit dem kaum älteren Prinzen, später König und seit 1871 Kaiser Wilhelm I. 
verband ihn ein fast freundschaftliches Verhältnis, das bis zum Tode des Grafen währte und über das er in den Memoiren - sporadisch jedenfalls - berichtet.
Wie die Lebenserinnerungen in vielen Einzelheiten zeigen, sah Graf Redern es als seine Hauptaufgabe an, zur Repräsentation des Staates und seines privilegierten Standes mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln beizutragen.
Eine anspruchsvolle Kultur erschien ihm dazu das geeignete Mittel. Er selbst lebte diese Einstellung vor. Sein Berliner Palais (Unter den Linden 1) mit der von Schinkel gestalteten Fassade und seinen durch zahlreiche Gemälde und Kunst- gegenstände ausgestatteten Repräsentationsräumen war oft Mittelpunkt geselli- ger Veranstaltungen, bei denen sich fast alle berühmten Künstler Berlins trafen.



                                             Berliner Palais, Unter den Linden 1   5)

Auch das Schloss und der Park in Görlsdorf wurden als großartiger Rahmen für Feste mit erlesenen Besuchern geschildert. Sie waren von 1846 - 1847 Treffpunkt
 


                                             Schloss und Park in Görlsdorf   6)

Friedrich Wilhelm von Redern war ein weltläufiger Mann, dessen Reisen, etwa nach Italien, immer auch der Wahrnehmung der Kultur anderer Länder galten. Auch die offiziellen Reisen im Rahmen preußischer Delegationen nach Moskau, Petersburg oder London und Versailles verband er mit Erkundungen der jeweili- gen Länder und ihrer kulturellen u. gesellschaftlichen Gepflogenheiten. Dennoch war er durch seine Güter und seinen sonstigen Grundbesitz der heimatlichen Uckermark tief verbunden, sonst hätte er sich, seine Frau und die kleine Tochter nicht in der Görlsdorfer Kirchengruft zur letzten Ruhe betten lassen. (2)
Die geplante Edition seiner "Selbstbiographie" wird hoffentlich dazu beitragen, auf diesen verdienstvollen Kulturpolitiker erneut aufmerksam zu machen, seine Tätigkeit zu würdigen …

(Aus: Rede am 7. Dezember 2002 im Berliner Schauspielhaus / leicht gekürzt wiedergegeben)
 
   mehrtägiger Feiern mit Musik- und Theateraufführungen, an denen auch
 Friedrich Wilhelm IV. sowie Mitglieder und Gäste der königlichen Familie
 und des Adels mit Interesse und großem Vergnügen teilnahmen.
  Anmerkungen: (1) Hermann von Redern-Wansdorf: Geschichte des Geschlechts von Redern, 2 Bde. Görlitz 1936, (2) wie Anm. 1, Bd.2, S.116 und 119